Filmreihe #5: Geschlossene Grenzen 1933-1945

Shedhalle / Veranstaltungen / Mai 2013

„Das Boot ist voll“, Markus Imhoof

„Das Boot ist voll“, Markus Imhoof

Programm 5 / Donnerstag 9.5.2013, 19:00, Shedhalle 

Geschlossene Grenzen 1933-1945

„Das Boot ist voll“ Markus Imhoof, CH 1981, 100 min, dt. OV.

„Das Boot ist voll!“ – Dieser Satz wurde während des Zweiten Weltkriegs von vielen SchweizerInnen im Munde geführt. Im gleichnamigen Buch setzte sich der Journalist und Schriftsteller Alfred A. Häsler 1967 als einer der Ersten kritisch mit der Schweizer Flüchtlingspolitik auseinander und öffnete damit einer breiten Öffentlichkeit die Augen über diese bis dahin verschwiegene Geschichte. Dem Bergier-Bericht zufolge wurden während des Zweiten Weltkrieges über 20.000 Flüchtlinge an der Schweizer Grenze abgewiesen oder aus dem Land geschafft. Zwischen 1938 und November 1944 wurden zudem um die 14.500 Einreisegesuche abgelehnt.

Imhoofs Spielfilm –eine der ersten filmischen geschichtspolitischen Interventionen in diese Richtung – fiktionalisiert die Geschichten einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe von Flüchtlingen, denen der heimliche Grenzübertritt in die Schweiz gelungen war. Markus Imhoof: „Sie alle können nicht wissen, dass diese Zuflucht trügerisch ist, dass Flüchtlinge ‚nur aus Rassengründen’ kein Anrecht auf Asyl haben und dass seit einiger Zeit die Grenzen für Fremde verschlossen sind. Halbherzig von Schweizern aufgenommen und halb wieder verraten, sind die Flüchtlinge sogar bereit, sich selber preiszugeben um sich zu retten. Sie formieren sich zu einer grotesken Familie, um so die Voraussetzungen zu erfüllen, unter denen die fremdenpolizeilichen Vorschriften noch Ausnahmen gestatten. Das Versteckspiel gelingt nur eine trügerische Weile, dann wird die Heimat wieder hergestellt, die Heimatlosen bezahlen sie mit ihrem Leben.“

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